Vom Nehmen und Geben
Geben = Empfangen Geben ≠ Opfern
Wir meinen nehmen zu müssen, um unsere Bedürfnisse befriedigen zu können.
Wir erklären uns unsere Unvollkommenheit und den Mangel durch Dualität: die Aufspaltung des Ganzen in einen Teil und sein Gegenteil.
Was dem einen fehlt, kann er durch etwas anderes ausgleichen, er muss es nur gegen den Widerstand des Anderen bekommen, denn wir glauben was wir besitzen beschützen und verteidigen zu müssen. Wir glauben zu verlieren, was wir geben, deshalb ist Geben für uns opfern.
Da jeder also nehmen will und nicht geben, entsteht eine Schuld, wenn ich etwas haben will und mir nehme.
Schuld verlangt nach Ausgleich = Strafe = Opfer = Weggeben
Dieses Mangeldenken beruht auf der Annahme, dass alles begrenzt ist und wir in Konkurrenz stehen, um das was wir brauchen und wollen.
Ist das wirklich wahr?
Nein! Ist es nicht.Das Ganze ist nicht gegrenzt, kann nicht begrenzt sein, sonst wäre es nicht das Ganze. Das Ganze ist vollkommen.Wir erzeugen durch dieses Denken erst den Mangel, da in Wahrheit Geben = Empfangen ist, da wir nicht getrennt sind.
Da wir durch unseren Irrglauben nur geben, was wir glauben nicht so sehr zu brauchen, werden wir nie bekommen, was wir wirklich wollen.
Wir müssten den Glauben an den Mangel aufgeben, um mit Freude alles zu geben, und so das zu empfangen, was wir wirklich wollen: vollkommene Freude und Verbundenheit = Freiheit
Man gibt seinen Irrglauben auf, indem man seine Überzeugungen überprüft und die Angst als unbegründet erkennt, die hinter dem Glauben steht. Vergebung im Sinnes des Kurses ("Ein Kurs in Wundern") ist hier nicht das direkte Thema. Wichtig ist hier nur die Konsequenz, das wir unbewusste Gründe haben, den Mangel zu wählen und bekommen was wir geben: "was wir glauben nicht so sehr zu brauchen".
Unser Denken steht komplett auf dem Kopf, weil wir uns einbilden wollen, getrennt zu sein. Erst durch diese Einbildung kann Nehmen und Geben unterschiedlich sein. Unser Dilemma entsteht: Uns ist nicht bewusst, dass wir selbst dafür verantwortlich sind, was wir empfangen. Wir meinen etwas opfern zu müssen. Da somit immer mein Eigeninteresse im Konflikt mit dem Gemeinwohl steht, entsteht eine Schuld und damit das Dilemma.
Durch unser Wirtschaften erzeugen wir Mangel und nicht Wohlstand.
Faust.
Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt,
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer zwingt.
Sitzt ihr nur immer! leimt zusammen,
Braut ein Ragout von andrer Schmaus,
Und blas’t die kümmerlichen Flammen
Aus eurem Aschenhäufchen ’raus!
Bewund’rung von Kindern und Affen,
Wenn euch darnach der Gaumen steht;
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,
Wenn es euch nicht von Herzen geht.
Johann Wolfgang von Goethe : Der Tragödie erster Teil . Tübingen: Cotta. 1808, Seite 43. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource , URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Faust_I_(Goethe)_043.jpg&oldid=1254480 (Version vom 16.10.2010)
(Quellenangabe: Dieser Beitrag, wie die gesamte "Freie Wirtschaftstheorie" basieren auf meinem unautorisierte Verständnis des Buches, Ein Kurs in Wundern®, Greuthof Verlag und Vertriebs GmbH. Copyright Foundation for "A Course in Miracles")










