Das langfristige Gleichgewicht
Der Glaube an den Ausgleich
Wir erzeugen die Knappheit selber, da wir uns als getrennte Wesen sehen wollen (siehe Blogbeitrag "Knappheit"). Um die Wirklichkeit unseres individuellen, getrennten Selbstbildes zu beweisen, muss es etwas anderes geben, was wir nicht haben. Wir sehen also als wahr an, dass es das Eine und das Andere gibt, die Dualität. Diese unsere getrennte Existenz ist also etwas anderes als ihre Quelle/Ursprung/Schöpfer, von der sie sich getrennt hat.
Wir glauben folglich, dass das, was ursprünglich EINS war, etwas erzeugen kann, das unterschiedlich ist. Damit etwas, was keinen Unterschied kennt (EINSHEIT) etwas entstehen lassen kann, dass es nicht selber ist, dafür muss der Satz wahr sein, dass die Idee sich von der Quelle trennen kann.
Wir glauben also, dass der Geist, aus dem eine Idee entstanden ist, getrennt von dieser Idee existieren kann. Dieser Glaubenssatz liegt unserer Existenz als Individuum zugrunde. Die Trennung von der Quelle ist genauso wahr wie unsere Existenz .
Da wir uns nun aber von der Quelle getrennt sehen, haben wir uns den Nachschub abgeschnitten. Wir haben keinen Zugriff mehr auf die Vollkommenheit und Ewigkeit. Wir haben uns selber begrenzt und die Knappheit erzeugt. In der EINSHEIT gab es den Tod nicht. Der Tod ist das Gegenteil zum Leben, den es nur in der Dualität gibt, wenn die Dualität wahr wäre.
Nun ist die Knappheit erzeugt und der Glaubenssatz, auf den sie aufbaut genannt:
Die Idee kann sich von der Quelle trennen =
Meine getrennte Existenz ist möglich und wahr
=
Es gibt mich und etwas, das anders ist.
Dies ist die Grundannahme unseres Denksystems. Der Rest folgt daraus uns ist so wahr wie diese Grundannahme.
Das Eine und das Andere sind anders als ihr Ursprung und damit per Definition unvollkommen. Etwas, das unvollkommen ist, fehlt etwas zur Vollkommenheit. Das Erreichen der Vollkommenheit durch den Ausgleich des Mangels ist das Ziel des Individuums. Das Konzept des Gleichgewichts dient uns, um voraussagen zu können, wohin die Reise geht. Wenn wir also davon ausgehen, dass ein Gleichgewicht/ ein Ausgleich zu erreichen ist, dann meinen wir gleichzeitig, dass wir das erreichen können, was wir anstreben; das wir uns in die Richtung bewegen, in die wir gehe wollen.
Nehmen wir nun an, dass dem so sei. Es gäbe das Eine und das Andere. Wenn das Eine, z.B. die getrennte Existenz "Ich", einen Mangel verspüre, dann habe ich dies nicht selber verursacht, indem ich mich als begrenzt identifiziere, sondern weil es etwas im Außen gibt, das ich nicht habe. Ich suche also im Außen, das was mir fehlt, um diesen Mangel auszugleichen. Diese Suche erfordert zu urteilen. Was ist richtig, was ist falsch? Was passt, was passt nicht in meinen Bauplan zur Vollkommenheit? Dies ist unsere Erlösungsstrategie: Die Suche nach dem was fehlt, sei erfolgreich, wenn wir das Richtig/ das Passende uns einverleiben/uns zugehörig machen/ besitzen können, so dass wir der Vollkommenheit näher kommen. Wenn wir das Passende uns zugehörig machen, haben wir uns etwas angeeignet, das irgendwo fehlt.
Die Suche nach dem Ausgleich im Außen, fußt also auf den gleichen Glaubenssatz, das eine getrennt Existenz möglich und wahr sei. Wir sind dadurch ewig Suchende. Die Suche ist für das Individuum existenziell wichtig. Es wird sie nie beenden. Die Suche ist Selbstzweck, so dass wir sicherstellen, dass wir den Ausgleich nie erreichen. Wir werden einfach weiteren Mangel erzeugen, sollte unsere Existenz als Mangelwesen durch die Vollkommenheit bedroht werden.
Uuups! Wir wollen unser Ziel gar nicht erreichen. Dann sagt uns das Gleichgewicht auch nicht, wohin die Reise geht.
Mangel, Tod, Gewalt, Ungleichgewicht sind systemimmanent und durch unseren Glauben an eine getrennte Existenz, die einen eigenen Erlösungsplan auf Kosten Anderer verfolgen kann, erzeugt. Das ist zwar zerstörender Wahnsinn, aber das ist, was wir tun.
Zum Glück hat die Trennung nie stattgefunden und es gibt ein Denksystem, das den Wahnsinn heilt. Es baut auf die Erkenntnis auf, dass sich eine Idee nicht von der Quelle trennen kann.
Es gibt gar kein Ungleichgewicht, das nach Ausgleich sucht, keinen Unterschied, kein Mangel, aus dem wir entkommen müssen. Wir haben uns getäuscht in dem, was wir glauben zu sein und haben aus diesem Irrglauben Dinge abgeleitet, Theorien aufgestellt, unsere Wahrnehmung gedeutet. Dieses Denksystem lässt sich nicht heilen, keine Gleichgewicht finden, wir können es nur verwerfen.
(Quellenangabe: Dieser Beitrag, wie die gesamte "Freie Wirtschaftstheorie" basieren auf meinem unautorisierte Verständnis des Buches, Ein Kurs in Wundern®, Greuthof Verlag und Vertriebs GmbH. Copyright Foundation for "A Course in Miracles")










